25. November 2009

Vom Essen und Trinken

In den ersten Tagen nach seiner Geburt hat Paul noch Glukoseinfusionen bekommen, um schneller zu Kräften zu kommen. Zusätzlich bekam er aber auch von Anfang an Milch in winzigen Portionen von 20 oder 25ml. Sehr schnell, um nicht zu sagen täglich, wurden vom Oberarzt die Trinkmengen um 5 ml erhöht. Das hört sich nicht viel an, aber man ist ganz schnell bei 50, 60 und 80ml. Obwohl er seine Mengen am Anfang noch ganz gut geschafft hat, kam Paul aber mit dem Trinken nicht mehr hinterher und bekam eine Magensonde verpasst. Mir war sowieso schleierhaft wie das funktionieren soll. Auf der Kinderintensivstation waren immer um 3 bzw. 15 Uhr, 7 bzw. 19uhr und 11 bzw. 23Uhr Versorgungszeiten, also windeln und füttern. Alle Kinder wurden gleichzeitig "abgefüttert". Ich habe aber vollstes Verständnis dafür, dass man keine Lust auf Milch hat, wenn man gerade noch friedlich geschlafen hat. Also haben wir um jeden ml gekämpft - gefühlte Ewigkeiten. Inklusive abpumpen der Muttermilch und wickeln hat die ganze Prozedur manchmal bis zu 2 Stunden gedauert. Und 2 Stunden später begann dann schon wieder die nächste "Versorgung".

Bevor Paul endlich entlassen werden konnte, musste er verlässlich alles trinken. Ich dachte wirklich, dass wir Weihnachten immer noch da sitzen werden. Doch nach zwei Wochen hat sich Paul schon zum zweiten Mal die Magdensonde selbst gezogen. Die Schwestern waren gerade beschäftigt und hatten keine Zeit eine neue zu setzen. Ich sollte auch erstmal sehen, ob und wieviel er trinkt. Und siehe da, niemand hätte es für möglich gehalten: Paul hat seit diesem Moment alles aber auch wirklich alles getrunken was man ihm vorgesetzt hat!! Schon drei Tage später durften wir dann auch endlich nach Hause.

Manchmal, wenns ihm nicht schnell genug gehen kann, hält er sogar selbst kurz die Flasche.

Nach 4 Monaten gabs zum ersten Mal einbisschen Bananenbrei, um zu testen, ob er für feste Nahrung überhaupt schon bereit ist. Was soll ich sagen, er sah sprichwörtlich erleichtert aus, dass es mal was anderes als nur Milch gibt! Seitdem gibts mittags also immer leckeren Brei. Inzwischen sogar ohne große Kleckerei und ohne mit den kleinen Händen in den vollen Löffel zu patschen und ihn dann durchs halbe Wohnzimmer zu werfen.
Hier der erste Bananenbrei. LECKER!


Auch wenn es anders aussieht. Paul fand Karotte gut, nur war ich ihm zu langsam! Kaum war der Löffel in Reichweite hatte das Geschrei ein Ende.

 
 
Trockenübungen


Bevor Paul seinen Brei bekommt, darf er vorher immer schon mit seinem Löffel spielen, damit er sich daran gewöhnt, schließlich soll er ja auch irgendwann mal selbst essen. Gestern hat er sich doch tatsächlich den Löffel genommen, als ich ihm diesen hingehalten hab und hat sich ihn in den Mund gesteckt! Ich war ziemlich beeindruckt, dass er mit dem langen Löffel wirklich sofort seinen Mund gefunden hat. *freu*  Da natürlich auf dem Löffel nichts drauf war, hat er das Interesse dann doch recht schnell wieder verloren.

Leider ist es mir noch nicht gelungen, Paul davon zu überzeugen, dass man außer Milch auch etwas anderes trinken kann und sollte. Wasser und Tee will er nicht, Saft will ich nicht. Manchmal kann ich ihn mit viel Überzeugungskraft dazu überreden doch einen Schluck Wasser zu trinken, aber ich hoffe, das wird noch. Irgendwann muss er ja mal was trinken. :-)

4 Kommentare:

  1. Jaja, das Trinkproblem. Kannste deiner Mama sagen, dass du nicht alleine bist. Ich trinke nämlich auch standhaft nix. Woher ich meine Flüssigkeit bekomme, ist meiner Mama ein Rätsel. Von dem her kann ich dir leider keine Tips geben, nur immer wieder versuchen. Aber wie schon gesagt, bei mir Altem funktionierts bis heute nicht.
    Grüße von Benjamin

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  2. Oh Benjamin, "verdurstet" siehst du ja wirklich nicht aus. hihi :-)
    Ich geb die Hoffnung nicht auf, aber wenn ich Pauls angewiderten Blick sehe (wobei ich mich heimlich jedesmal amüsiere, dass ein Baby schon so vorwurfsvoll gucken kann!!), weiß ich, dass der versuch mal wieder zwecklos war.
    Lg Katrin

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  3. Liebe Katrin,

    ich möchte Euch erst einmal zu Paul gratulieren, denn er sieht wirklich bezaubernd aus. Vielen Dank auch noch mal hier, für Deine lieben Worte die Du bei uns hinterlassen hast. Ich habe die "blogger-DS-Gemeinschaft" immer als ein besonderes Band empfunden und habe durch den gegenseitigen Austausch viel lernen können. Ich wünsche Euch alles Liebe und Gute und werde gerne öfter bei Euch rein schauen!

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  4. Danke für Deine lieben Worte.

    Unglaublich, dass Paul auch mal so klein war. Er ist so ein süßer Wonneproppen geworden :-)

    Oh ja wir haben nach der OP von James, als er dann wieder Milch zu sich nehmen durfte um jeden ml gekämpft. Manchmal dauerte es eine Stunde bis er 30 ml getrunken hat und 50 sollte er. Und heute trinkt er seine morgendliche Flasche mit 230ml in 5-10 Minuten.

    Ich bin bei James auch verzweifelt: Er wollte kein Wasser und keinen Tee und ich habe es aufgegeben und nun bekommt er Saft mit viel Wasser. Da kann ich Dir leider auch keinen guten Tipp geben, wie Du ihn doch noch von Wasser überzeugen kannst.

    LG
    Nadine und James

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