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12. Februar 2010

Und es geht doch - zumindest ein bisschen...

 
Paul trinkt. Juchu!! Zwar in Minischlückenchen, aber immerhin.  Bis jetzt hat er sich ja strikt geweigert, irgendwas außer Milch zu trinken. Kein Wasser, kein Tee, kein Tee mit Saft...nichts. Auch der tolle Tipp, er werde schon irgendwann was nehmen, wenn es nur immer angeboten wird, hat nichts gebracht. Vor einiger Zeit hab ich ihm diese schicke Trinklerntasse gekauft, die ihn aber auch nicht weiter begeistert hat.
Gestern haben wir es noch einmal versucht. Ich hab ihm genau erklärt, wo er anfassen muss und dass er daran ziehen muss, damit Wasser raus kommt.  Und was macht er? Schaut mich an, schnappt sich die Tasse, fässt sie richtig an und trinkt!! Ich muss ganz schön baff geguckt haben, war aber auch sooo stolz. :-D
Er hat für ihn wahnsinnige 15ml ! getrunken (ich habs abgemessen).
Zum Üben gabs später auch den Rest seiner Milchflasche aus der Tasse. Aber hier kam keine Reaktion. er hat nur Milch aus der Tasse getrunken, wenn ICH sie gehalten habe. Offenbar macht er ganz klar Unterschiede: Milch hat aus der Flasche zu kommen (zumindest für Paul), die Mama hält und sonst nichts; Wasser kommt dagegen aus der Tasse und nicht aus der Flasche. Da muss man erstmal drauf kommen! Jetzt heißt es also weiter mit der tasse üben. :-D

25. November 2009

Vom Essen und Trinken

In den ersten Tagen nach seiner Geburt hat Paul noch Glukoseinfusionen bekommen, um schneller zu Kräften zu kommen. Zusätzlich bekam er aber auch von Anfang an Milch in winzigen Portionen von 20 oder 25ml. Sehr schnell, um nicht zu sagen täglich, wurden vom Oberarzt die Trinkmengen um 5 ml erhöht. Das hört sich nicht viel an, aber man ist ganz schnell bei 50, 60 und 80ml. Obwohl er seine Mengen am Anfang noch ganz gut geschafft hat, kam Paul aber mit dem Trinken nicht mehr hinterher und bekam eine Magensonde verpasst. Mir war sowieso schleierhaft wie das funktionieren soll. Auf der Kinderintensivstation waren immer um 3 bzw. 15 Uhr, 7 bzw. 19uhr und 11 bzw. 23Uhr Versorgungszeiten, also windeln und füttern. Alle Kinder wurden gleichzeitig "abgefüttert". Ich habe aber vollstes Verständnis dafür, dass man keine Lust auf Milch hat, wenn man gerade noch friedlich geschlafen hat. Also haben wir um jeden ml gekämpft - gefühlte Ewigkeiten. Inklusive abpumpen der Muttermilch und wickeln hat die ganze Prozedur manchmal bis zu 2 Stunden gedauert. Und 2 Stunden später begann dann schon wieder die nächste "Versorgung".

Bevor Paul endlich entlassen werden konnte, musste er verlässlich alles trinken. Ich dachte wirklich, dass wir Weihnachten immer noch da sitzen werden. Doch nach zwei Wochen hat sich Paul schon zum zweiten Mal die Magdensonde selbst gezogen. Die Schwestern waren gerade beschäftigt und hatten keine Zeit eine neue zu setzen. Ich sollte auch erstmal sehen, ob und wieviel er trinkt. Und siehe da, niemand hätte es für möglich gehalten: Paul hat seit diesem Moment alles aber auch wirklich alles getrunken was man ihm vorgesetzt hat!! Schon drei Tage später durften wir dann auch endlich nach Hause.

Manchmal, wenns ihm nicht schnell genug gehen kann, hält er sogar selbst kurz die Flasche.

Nach 4 Monaten gabs zum ersten Mal einbisschen Bananenbrei, um zu testen, ob er für feste Nahrung überhaupt schon bereit ist. Was soll ich sagen, er sah sprichwörtlich erleichtert aus, dass es mal was anderes als nur Milch gibt! Seitdem gibts mittags also immer leckeren Brei. Inzwischen sogar ohne große Kleckerei und ohne mit den kleinen Händen in den vollen Löffel zu patschen und ihn dann durchs halbe Wohnzimmer zu werfen.
Hier der erste Bananenbrei. LECKER!


Auch wenn es anders aussieht. Paul fand Karotte gut, nur war ich ihm zu langsam! Kaum war der Löffel in Reichweite hatte das Geschrei ein Ende.

 
 
Trockenübungen


Bevor Paul seinen Brei bekommt, darf er vorher immer schon mit seinem Löffel spielen, damit er sich daran gewöhnt, schließlich soll er ja auch irgendwann mal selbst essen. Gestern hat er sich doch tatsächlich den Löffel genommen, als ich ihm diesen hingehalten hab und hat sich ihn in den Mund gesteckt! Ich war ziemlich beeindruckt, dass er mit dem langen Löffel wirklich sofort seinen Mund gefunden hat. *freu*  Da natürlich auf dem Löffel nichts drauf war, hat er das Interesse dann doch recht schnell wieder verloren.

Leider ist es mir noch nicht gelungen, Paul davon zu überzeugen, dass man außer Milch auch etwas anderes trinken kann und sollte. Wasser und Tee will er nicht, Saft will ich nicht. Manchmal kann ich ihn mit viel Überzeugungskraft dazu überreden doch einen Schluck Wasser zu trinken, aber ich hoffe, das wird noch. Irgendwann muss er ja mal was trinken. :-)