Noch in der Klinik, direkt nach der Down-Diagnose wurde ich zugeschüttet mit Informationsmaterial, Kontaktadressen, Arztterminen, Broschüren, Büchern und nicht zuletzt allerhand Gesprächen. Das Material sollte uns helfen mit der Diagnose umzugehen. Ich fand das aber anfangs alles zuviel und hab den ganzen Schwung Broschüren erstmal in meinem Nachtschrank verstaut und zum Ende unseres Klinikaufenthalts größtenteils ungenutzt wieder zurück gegeben.
Nachdem wir drei uns zu Hause eingelebt hatten, ließ sich das Thema Therapie und Frühförderung nicht weiter aufschieben. Da wir damit noch nie etwas zu tun hatten, kam mir das ganze wie ein Buch mit 7 Siegeln vor - besonders das Thema Physiotherapie. Wie soll man entscheiden, was das beste fürs Kind ist, wenn man keine Ahnung?? Glücklicherweise hab ich im Krankenhaus D.(Neles Mama) kennen gelernt, ihres Zeichens im "normalen" Leben Physiotherapeutin, die mir erstmal die grundlegenden Dinge erklärt hat.
Nach einem ersten Termin zur Kontrolle von Pauls Gesundheitszustand im Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) bekommt er nun alle drei Wochen Physiotherapie bei Frau M. Da Paul im Moment sehr fit ist und keinen großen Entwucklungsrückstand hat, ist eine häufigere Therapie derzeit nicht notwendig.
Problematischer gestaltete sich anfangs die Frühförderung. Am Anfang war mir völlig unklar, welche Frühförderstelle eigentlich für was zuständig ist. Über den Umweg einer fruchtlosen "Musiktherapie", bei der wir "bienchen summ herum..." sagen, landeten wir endlich bei Frühförderin Frau F., die uns seither jeden Dienstag besucht und Paul bestens fördert und bespielt. Hier einige Auszüge aus ihrer Arbeit:
Eines Tages brachte Frau F. einen nur schwach aufgeblasenen Gymnastikball mit und lässt Paul darauf ganz hoch und schnell hüpfen. Obwohl er hier noch recht skeptisch guckt (wie immer, wenn er was Neues machen soll), liebt er diesen Ball inzwischen und kann vom Hüpfen gar nicht genug bekommen. Er lacht dabei so laut und viel, dass es eine wahre Freude ist. :-) Letzte Woche war er aber ganz traurig, weil Frau F. einfach ohne ihren Ball gekommen ist. Seltsamerweise ist plötzlich der Stöpsel aus dem arglos in der Garage liegenden Ball verschwunden. Frau F. und wir sagen: Haltet den Dieb!!
mit den Füßen spielen ist immer gut und auf dem Ball noch besser..."hehe" sagt Paul dazu nur.
Verschnaufpause
Hier ist mal ein anderer Ball im Einsatz. Erst wird er anvisiert und dann sofort, so schnell konnte ich gar nicht gucken, das rote Tuch herausgezogen.
"1, 2, 3, alles muss versteckt sein..."
Frau F. hatte auch noch (Plastik)Bohnen dabei, in denen man ganz toll herumwühlen kann und die man schön mit den Händen und Füßen greifen kann. Nur leider hat Frau F. immer wieder verboten sie in den Mund zu stopfen, obwohl man doch erstmal alles kosten muss. :-)